THE EPHEMERAL OPENING: 04 November 2011 DURATION: 05 November 2011 to February 2012 Group exhibition with works by:
Absalon | Moridja Kitenge Banza | Joseph Beuys | Sophie Calle | Joe Coleman | Hanne Darboven Wim Delvoye | Rebecca Horn | Mathilde ter Heijne | Jannis Kounellis | Heinz Mack | David Noonan Henk Peeters | Jackson Pollock | Julian Rosefeldt | Matt Saunders | Chiharu Shiota | Miroslav Tichý | Grazia Toderi | Susan Turcot | Franz West | Nick van Woert | Yang Jiechang
The experience of art is as brief as each passing instant. The encounter with a work is new in every moment, constantly revealing fresh dimensions and changing over the piece's lifetime. This transience stands in opposition to a vision of art as creating eternal values and capturing a timeless meaning. Yet though these two conceptions of time and art may appear paradoxical, they can be reconciled in the belief that only art which is valid over time can present itself to the viewer anew in every moment.
Artists have always analyzed questions of the ephemeral in their work. In doing so, many artists have not merely used materials and means of expression that might disintegrate or which border on the immaterial, but rather have foregrounded the very changeability of the artwork itself. Thus, for instance, the works of Jannis Kounellis contrast substantial materials such as coal and metal with mutable or intangible materials such as frost covering slabs or fire burning in lamps fuelled by a limited supply of petroleum.
Often enough, the ephemeral appears to be a fragile apparition wavering on the edge of existence, such as in a drawing by Joseph Beuys; the ephemeral draws its power precisely from its evanescence. But the ephemeral can also function as a warning highlighting the transience of all being. Such memento mori , reminding the viewer of death and the finitude of the self, are found in Sophie Calle’s photographs of gravestones. In a pietà by Beuys, the memento mori is twisted into a promise that death might not be the final station after all. The art of Miroslav Tichý seeks to apprehend the brevity of the moment by dwelling on a young girl bathing, suffused with the full romantic melancholy of one who is aware that beauty fades. The homemade, rudimentary camera made from cardboard which Tichý uses to capture his images is itself a makeshift thing.
"The Ephemeral" will feature works by more than 20 international artists. Curated thematically, the show launches a series of group exhibitions to be presented both at ARNDT Berlin and in Asia and the Pacific Rim. The exhibitions will take place in galleries and institutions but also in locations removed from the usual spheres of cultural activity. Such offsite spaces provide a stimulating juxtaposition to the artwork on display.
The exhibition will be accompanied by its own webpage (www.theephemeral.com ). Berlin, September 2011 Matthias Arndt
THE EPHEMERAL ERÖFFNUNG: 04. November 2011 – 18 bis 20 Uhr PRESSEVORBESICHTIGUNG: 04. November 2011 – ab 13 Uhr LAUFZEIT: 05. November 2011 bis Februar 2012
Gruppenausstellung mit Werken von: Absalon | Moridja Kitenge Banza | Joseph Beuys | Sophie Calle | Joe Coleman | Hanne Darboven Wim Delvoye | Rebecca Horn | Mathilde ter Heijne | Jannis Kounellis | Heinz Mack | David Noonan Henk Peeters | Otto Piene | Jackson Pollock | Julian Rosefeldt | Matt Saunders | Chiharu Shiota | Miroslav Tichý | Grazia Toderi | Susan Turcot | Franz West | Nick van Woert | Yang Jiechang
Flüchtig wie jeder Augenblick ist auch der Moment des Kunsterlebens. Die Begegnung mit dem Werk ist immer wieder neu, offenbart immer neue Facetten und verändert sich im Laufe des Lebens. Dieser Flüchtigkeit steht die Vorstellung gegenüber von einer Kunst, die ewige Werte schafft und damit überzeitlich von Bedeutung ist. Aber so unterschiedlich die beiden Zeitvorstellungen sind, die hier aufeinander treffen, so einfach verbinden sie sich in dem Gedanken, dass nur Kunst, die auf Dauer Gültigkeit besitzt, sich in jedem Augenblick neu an den Betrachter hingibt.
Künstler haben sich in ihrem Werk immer wieder mit den Fragen des Ephemeren befasst. Es werden dabei nicht nur Materialien und Ausdrucksmedien verwendet, die zerfallen oder ans Immaterielle grenzen, sondern auch die Veränderbarkeit des Werkes wird zum Thema. So stehen im Werk von Jannis Kounellis schwere Materialien, Kohle oder Metall, Werkstoffen gegenüber, die sich verändern und dem Zugriff entziehen, wie von frostigem Reif überzogene Platten oder Feuer und Licht, das in seinen Lampen brennt, genährt für eine gewisse Zeit von Petroleum. Das Ephemere zeigt sich dabei oft genug als fragile Erscheinung, die sich gerade noch hält, wie zum Beispiel in einer Zeichnung von Joseph Beuys, und wirkt in dieser Form der Zurückhaltung überwältigend. Es kann aber auch mahnend daherkommen und im Sinne des Vanitasgedankens von der Vergänglichkeit allen Seins künden. Das „Bedenke, dass Du sterblich bist" als Besinnung auf den Tod und die eigene Endlichkeit findet sich so zum Beispiel in den fotografisch fixierten Grabplatten Sophie Calles oder gewendet in ein Versprechen, dass der Tod nicht die letzte Station ist, in einer Pietà von Beuys. Kunst kann in diesem Sinne auch die Begrenztheit des Augenblicks festzuhalten suchen, indem sie sich mit der ganzen Melancholie dessen, der weiß, dass Schönheit nicht beständig ist, in die Gestalt junger Mädchen beim Bade verliebt. Aufgenommen von Miroslav Tichý mit einer provisorisch und roh zusammengebastelten Kamera aus Karton, wird das Aufnahmemedium selbst zum prekären Ding.
Von kurzer Dauer erweist sich so mancher künstlerische Akt nur, wenn man ihn rein zeitlich betrachtet. Dem Moment der Eingebung und Inspiration folgt eine teilweise aufwendige und langwierige Umsetzung, die dennoch die Frische und Zuspitzung des erlebten Gedankens bewahrt und ihn in eine Form überführt, ihn immer wieder nachvollziehbar werden lässt, ohne ihn in der ewigen Wiederholung schal werden zu lassen.
Die Ausstellung „The Ephemeral" zeigt Werke von über 20 internationalen Künstlerinnen und Künstlern. Thematisch kuratiert bildet sie den Auftakt zu einer Folge von Gruppenausstellungen, die in den kommenden Jahren in den Räumen von ARNDT in Berlin und in Asien und im Pazifischen Raum stattfinden. Geplant sind diese „Pop-Up-Ausstellungen" sowohl in Galerien und Kunstinstitutionen, aber auch an Orten, die abseits der üblichen Wege des Kunstbetriebes liegen. Als ‚offsite spaces’ zeigt sich ihre Qualität darin, Reibungsfläche für die Präsentation der Kunst zu sein.
Zu der Ausstellung erscheint eine eigene Webpage (www.theephemeral.com ). Matthias Arndt