BAUKUNST GALERIE presents Loredana Nemes - Männer / Men

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1 July 2010 to 28 Aug 2010
Tue-Fri 10 a.m.-6.30 p.m. Sat 11 a.m.-6 p.m
BAUKUNST GALERIE
Theodor-Heuss-Ring 7
D – 50668
Cologne
Germany
Europe
p: +49-(0)221-771 33 35
m:
f: +49-(0)221-771 33 10
w: www.baukunst-galerie.de











Loredana Nemes, Greg, 35, New York, USA, 2006
Silbergelatineabzug auf Barytpapier / gelatin silver print on baryta paper
Auflage / Ed 3 (+ 1 A.P.), 30 x 40 cm
Web Links


Baukunst Galerie, Köln

Artist Links





Artists in this exhibition: Loredana Nemes



english press text below


1. Juli bis 28. August 2010

Zur Eröffnung der Ausstellung

Loredana Nemes - Männer

in der Baukunst Galerie, Köln

am Mittwoch, deN 30. Juni 2010
von 19 bis 22 Uhr

sind Sie und Ihre Freunde
herzlich eingeladen

Es spricht
Gabriele Conrath-Scholl
Leiterin der Photographischen
Sammlung/SK Stiftung Kultur

Pressetext

Die Baukunst Galerie eröffnet am Mittwoch, den 30. Juni 2010 von 19.00 bis 22.00 Uhr die große Soloschau „Männer“ mit Fotografien von Loredana Nemes. Gabriele Conrath-Scholl, Leiterin der Photographischen Sammlung der SK Stiftung Kultur, wird eine Einführung in das Werk der gebürtigen Rumänin geben. Ihr Œuvre präsentierte die Galerie erstmals 2009 zusammen mit Fotografien von Henri Cartier-Bresson und Sibylle Bergemann in der Gruppenausstellung „Report“. Außerdem wurden ihre Werke im Frühjahr diesen Jahres im Rahmen des Förderprogramms „New Positions“ auf der Art Cologne gezeigt. Die aktuelle Einzelschau stellt die beiden fotografischen Serien „Berliner Männerwelten“ und „Über Liebe“ gegenüber, die sich mit Formen der Selbstinszenierung, Liebesvorstellung und Weltanschauung von Männern auseinandersetzen. In ihren Silbergelatineabzügen auf Barytpapier beleuchtet Loredana Nemes die Welt des anderen Geschlechts anhand von Aufnahmen der islamischen Männercafés in ihrer Wahlheimat Berlin sowie durch Bild-, Text- und Tondokumentationen ihrer Begegnungen im Hochzeitskleid mit männlichen Passanten auf ihren Reisen durch Europa und die USA.

Loredana Nemes wurde 1972 in Sibiu, Rumänien geboren, floh 1986 nach Deutschland und lebt und arbeitet heute in Berlin. In dieser Entwurzelung und dem anschließenden Bemühen um Zugehörigkeit sieht die Autodidaktin ihre anonyme Annäherung an Menschen mit ihrer Kamera begründet. So fand sie in ihrer ersten Serie „Rumänische Gesichter“ (2001-2007) den Zugang zu der Heimat ihrer Kindheit und porträtierte in „Behind the Curtain“ (2001-2003) die Individualität und Empfindungen der Menschen hinter der Kulisse der Zauberwelt des Zirkus Roncalli. In den Porträts von U-Bahn-Fahrgästen in ihrer Serie „Under Ground“ (2005-2006) gelang es ihr, jene besonderen Momente der Selbstvergessenheit und Intimität der Passagiere in den Minuten des Transits einzufangen. Mit dieser Serie, die unter anderem im Museum für Kommunikation in Berlin sowie in München, Hamburg und Sibiu ausgestellt wurde, erlangte Loredana Nemes große Aufmerksamkeit, die zu Rezensionen in der FAZ, der Zeit, dem Kunstmagazin ART, dem SWR und der ARD führte. Sie erhielt daraufhin Lehraufträge an der Zeppelin Universität, Friedrichshafen und der Kunsthochschule Weißensee in Berlin.

Wie ihre erklärten Vorbilder – die Pioniere der Reportage- und Streetfotografie Henri Cartier-Bresson, Ansel Adams und Elliott Erwitt – entfaltet Loredana Nemes die Kraft ihrer präzise komponierten Schwarz-Weiß-Fotografien mit dokumentarischem Ethos und emotionaler Hinwendung zum Sujet. So hält die Künstlerin mit ihrer Linhof Plattenkamera in der Serie „Berliner Männerwelten“ (seit 2008) die architektonische Außenansicht der türkischen, orientalischen und arabischen Männercafés in den Berliner Bezirken Neukölln, Kreuzberg und Wedding fest, zu denen ihr der Zutritt als Frau und kulturell nicht Zugehörige verwehrt bleibt. Darüber hinaus bittet sie die männlichen Besucher der Cafés, sich hinter den für diese Institutionen charakteristischen Sichtschutzvorrichtungen aus Milchglas und Vorhängen porträtieren zu lassen. Auf diese Weise visualisiert sie die Geschlechtertrennung zwischen Mann und Frau, die der westeuropäischen Kultur kaum noch vertraut ist und doch zum alltäglichen Nebeneinander in vielen multikulturell geprägten Großstädten gehört. Dabei konterkariert die hohe Wiedergabegenauigkeit der Details durch die Großformatkamera das Spiel mit unserer Neugierde auf das Unbekannte. Gleichzeitig übertragen die Strukturen der Sichtschutzvorrichtungen die islamische Verschleierung der Frau auf das männliche Geschlecht und spielen auf unsere damit verbundenen Denkmuster an.

Dem gegenübergestellt wird die 2006 begonnene Serie „Über Liebe“, in der sich die Künstlerin – inspiriert von dem Werk der Künstlerin Sophie Calle – erstmals selbst in ihre Bilder miteinbezieht. Auf ihren Reisen nach Sibiu (RO), Washington, Madrid, Oslo, Berlin, Chania (GR) und Gent (B) sucht sie auf der Straße nach einem Ort mit guten Lichtbedingungen, installiert eine Stoffbahn, baut ihre Kamera auf einem Stativ auf, schlüpft in ihr Hochzeitskleid und wartet mit dem Auslöser in der Hand auf männliche Passanten, die ihr Interesse wecken. Ihr Gespräch eröffnet sie immer mit derselben Frage: „Liebst Du eine Frau?“. Die Antwort des Unbekannten nimmt sie mit einem Diktiergerät auf und bittet ihn dann um ein gemeinsames Porträt, auf dem er sich selbst mit ihr als Platzhalter für die von ihm geliebte Frau inszeniert. Jedem Mann gewährt sie drei Versuche und wählt einen davon aus. Das Porträt und den zu Hause transkribierten Text präsentiert sie gleichwertig nebeneinander als 30 x 20 cm große Silbergelatineabzüge, die von der originalen Tonaufnahme der Stellungnahme des Porträtierten begleitet werden. Die Künstlerin, deren eigene Hochzeit nie stattgefunden hat, will sich in dieser Serie dem Mysterium der erfüllenden oder scheiternden Liebe nähern. In ihrem Kleid, das in fast allen Kulturen positiv besetzte Gefühle auslöst, setzt sie sich den Fremden aus und wird ernst genommen. Die Stellungnahme der Männer in deren Muttersprache, die sie manchmal nur über die nonverbale Kommunikation ihrer Gestik und Mimik versteht, empfindet sie als persönliches Geschenk, das sie intuitiv in ihrer eigenen Körpersprache spiegelt. Auf diese Weise legt ihre Arbeit ein intimes Zeugnis ab – über die Begierden, Sehnsüchte und Verletzlichkeit liebender Männer und nicht zuletzt auch über die Künstlerin selbst.




1 JULY to 28 AUGUST 2010

You and your friends are cordially invited
to the opening of our exhibition

LOREDANA NEMES - MEN

at the Baukunst Galerie

on Wednesday, the 30th of JUNE 2010
from 7 p.m. to 10 p.m.

Introduction:
Gabriele Conrath-Scholl
Director of the photographic
Collection of the SK Stiftung Kultur


Press Release

On Wednesday, the 30th of June 2010 from 7 to 10 p.m., the Baukunst Galerie opens the large solo-show “Men” with photos of Loredana Nemes. Gabriele Conrath-Scholl, director of the photographic collection of the SK Stiftung Kultur will give an introduction in the œuvre of the native-born Rumanian artist. Her works were primarily presented by the gallery together with photos of Henri Cartier-Bresson and Sibylle Bergemann in the group-exhibition “Report” in 2009. Besides, this spring her photos were shown in the context of the promotional program “New Positions” at the Art Cologne. The current solo-exhibition faces the two series “Berlin's Men's Worlds” and “About Love”, which deal with the masculine self-presentation and ideas of love and ideology. In her gelatin silver prints on baryta paper Loredana Nemes visualizes the male world by taking pictures of Islamic coffee houses for men in her adopted city Berlin and documenting her chance encounters with male pedestrians by photos, texts and sound recordings during her travels through Europe and the USA in her wedding dress.

Loredana Nemes was born in 1972 in Sibiu, Rumania, fled to Germany in 1986 and today lives and works in Berlin. The autodidact sees the motivation of her anonymous approach to other people with her camera in this social dislocation and subsequent endeavour to affiliate. Thus she found an access to the homeland of her childhood in the series ”Rumanian Faces” (2001-2007) and portrayed the individuality and emotions of the people behind the stage of the magic world of the circus Roncalli in her series ”Behind the Curtain” (2001-2003). In ”Under Ground” (2005-2006) she succeeded to grasp those special moments of absent-mindedness and intimacy of passengers in subway vehicles during the short minutes of transit. With this last series, which was exhibited at the Museum für Kommunikation in Berlin and amongst others in Munich, Hamburg, Sibiu, Loredana Nemes gained great attention followed by reviews in the “FAZ”, “Die Zeit”, the “ART” magazine and on television at the SWR and the ARD. Thereupon the artist received professorships at the Zeppelin Universität in Friedrichshafen and the Art Academy Weißensee in Berlin.

Loredana Nemes unfolds the strength of her elaborately composed black and white photos with documentary ethos and emotional approach to the subject and hereby models on the pioneers of the report and street photography Henri Cartier-Bresson, Ansel Adams and Elliott Erwitt. Thus in her series ”Berlin's Men's Worlds“ (since 2008) the artist takes pictures with her Linhof plate camera of the architectonic exterior view of the Turkish, Oriental and Arabic coffee houses in Berlin's districts Neukölln, Kreuzberg and Wedding, where she is not allowed to enter because of her gender and her culture. Besides the architectonic photography she asks the male guests to stand behind the screens of curtains and frosted glass, which are characteristic for those institutions, in order to portrait them. This way she visualizes the gender separation of women and men, which has become almost unknown in the Western culture but which is still part of the daily coexistence in many multicultural German cities. In this context the precise rendering of the details by the large-format camera subverts our curiosity about the foreign and unknown. At the same time the texture of the pictured screens transfers the veiling of Islamic women to the men and questions our involved patterns of thoughts.

This series is juxtaposed with the series “About Love“ (since 2006), where the artist – inspired by the œuvre of the artist Sophie Calle – involves herself in her photos for the first time. During her travels to Sibiu (RO), Washington, Madrid, Oslo, Berlin, Chania (GR) and Gent (B) she searches for a place on the streets with perfect light conditions. Then she installs a cloth, builds up her camera on a tripod, dons her wedding dress, takes the automatic release in her hand and waits for male pedestrians, who awake her interest. She always initiates the conversation with the same question: “Are you in love with a woman?”. Then she records the answer on a dictating machine and kindly asks the man to take a double portrait, where he stages himself together with her acting as his beloved woman. She allows every man to take three shots and then she selects one of them. This portrait is presented on a par with the transcribed text as 30 x 20 cm large gelatin silver prints which are accompanied by the original record of the statement of the portrayed person. In this series the artist, whose own planned marriage has never proceeded, wants to approach the mystery of love, which is sometimes fulfilling and sometimes failing. She exposes herself to foreigners in her wedding dress arousing positive emotions in almost every culture – and she is taken seriously. The statements of the men in their native language, which she often just understands by the non verbal communication of their gestures and facial expressions, are perceived by her as a very personal present, which she intuitively reflects in her own body language. This way her artwork bears an intimidate witness of the desires, aspirations and vulnerability of loving men – but also of the artist herself.